Die katholischen Kirchenverwaltungen zwischen Hamm und Siegen streben jetzt eine offizielle Fusion an. Aus den Gemeindeverbänden Hellweg, Hochsauerland-Waldeck und Siegerland-Südsauerland soll nach den aktuellen Plänen am 1. Januar 2021 der „Gemeindeverband Mitte im Erzbistum Paderborn“ entstehen. Damit entstünde eine Verwaltungseinheit für 256 Kirchengemeinden. Bisher arbeiten die rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits in einer engen Kooperation an den Standorten Soest, Meschede und Olpe zusammen. 

„Niemand von uns weiß, wie die katholische Kirche in wenigen Jahrzehnten aussehen wird. Sicher ist jedoch eines: Die regionalen Verwaltungseinheiten werden schon aus organisatorischen und finanziellen Gründen gebündelt werden müssen. Anders werden wir die bevorstehenden Aufgaben nicht meistern können“, fasste Geschäftsführer Josef Mertens die aktuelle Entwicklung im Rahmen einer Informationsveranstaltung für Kirchenvorstände am Mittwoch in Attendorn-Mecklinghausen zusammen. Bereits heute verantwortet Mertens die Geschicke der drei kooperierenden Gemeindeverbände als Geschäftsführer in Personalunion und wurde zum Ende des vergangenen Jahres von den zuständigen Gremien mit der Umsetzung der offiziellen Fusion beauftragt.

Wie auch schon beim Kooperationsprozess in den vergangenen Jahren legen alle beteiligten Verantwortlichen eine hohe Priorität auf einen engen Dialog und zeitnahe Informationsaustausch. „Die Gemeindeverbände sind der Dienstleister der Kirchengemeinden und insbesondere der Kirchenvorstände. Unser oberstes Ziel ist es, Ihnen einen zukunftssicheren und kompetenten Service anzubieten“, fasste Josef Mertens zu Beginn der Veranstaltung vor mehr als 50 Gemeindevertretern zusammen. Schon die Kooperation habe unter Beweis gestellt, dass eine wichtige Grundlage für eine gute Dienstleistung engagierte und kompetente Mitarbeiter seien. Durch die bereits verschmolzene Personalorganisation der drei kooperierende Kirchenverwaltungen sei es gelungen, Kapazitäten besser zu nutzen und spezialisierte Kompetenzen auszubauen. „Die inhaltlichen Anforderungen an die Kirchenverwaltung sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Denken Sie beispielhaft an die Themen Umsatzsteuer und Datenschutz“, führte Mertens aus. Das notwendige Spezialwissen könne man in kleinen Verwaltungsstrukturen heute kaum mehr vorhalten. „Genau das ist aber durch die Fusion gewährleistet.“ Zudem verspricht Mertens sich auch auf mittelfristige Sicht durch die Zusammenlegung von Prozessen eine höhere Wirtschaftlichkeit. „Bereits in den vergangenen Jahren mussten wir in jedem Jahr bei steigenden Aufgaben pauschal Budget einsparen. Das war nur möglich, indem wir Aufgaben auf der Basis der Kooperation neu organisiert, strukturiert und gebündelt haben“, betont der Geschäftsführer.

Erster Richtungsentscheidungen getroffen

Der gemeinsame Verbandsausschuss hatte sich als Gremium zwischen den zuständigen Verbandsvertreterversammlungen bereits vor einigen Wochen konkret mit dem anstehenden Fusionsprozess beschäftigt. Projektreferent Sebastian Schrage berichtete von wichtigen Richtungsentscheidungen, welche die Vertreter der Kirchenvorstände bereits in die Wege geleitet haben. „So soll der neue Gemeindeverband seinen rechtlichen Hauptsitz in Meschede einnehmen und mit Dependancen in Soest und Olpe vertreten sein. Als neuen Vorsitzender des Gemeindeverbandes einigten sich die jetzigen drei Verbandsvorsitzenden auf den dienstältesten Dechanten im neuen Verwaltungsgebiet. Pfarrer Georg Schröder aus Schmallenberg soll demnach neuer erster Mann in der Verbandsversammlung werden.

Auch den geplanten Namen des neuen Gemeindeverbandes stand im Verbandsausschuss bereits zur Diskussion. In einem offenen Wettbewerb waren zuvor über 25 Vorschläge eingegangen. Mit großer Mehrheit einige man sich auf „Gemeindeverband Mitte im Erzbistum Paderborn.“ Mit dieser Entscheidung habe man sicherlich auch eine Richtung für weitere Namensfindungsprozesse anderer Organisationen und Verwaltungseinheiten im Erzbistum vorgegeben, erläuterte Mertens. 

Im weiteren Prozess sei es nun Aufgabe von jedem der 256 Kirchenvorstände in den betroffenen Gemeinden einen offiziellen Beschluss zu treffen, ob man sich mit auf den gemeinsamen Weg machen wolle. „Wir benötigen ein Votum für die Auflösung des jetzigen Gemeindeverbandes und einen Gründungs- und Beitrittsbeschluss für die neue Verwaltungseinheit“, führten die Verantwortlichen aus. Auf diesem Weg stünden die Mitarbeiter der Gemeindeverbände, die Verwaltungsleiter und Außendienstmitarbeiter vor Ort und auch die Verbandsvorsitzenden stets mit Rat und Tat zu Seite und freuten sich auch über Anregungen zur weiteren Gestaltung des Fusionsprozesses. „Wir sind den Weg der Kooperation gemeinsam gegangen und ich bin sicher, dass wir nun auch die Aufgabe der Gründung eines neuen Gemeindeverbandes zusammen gut meistern werden“, resümierte Josef Mertens abschließend.

 

 

 

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